11 Millionen Euro für Nachhilfe

„Unser Schulsystem wird den Anforderungen nicht mehr gerecht“: Diesen Schluss zieht AK-Präsident Walter Rotschädl aus einer aktuellen Nachhilfe-Erhebung. Nachhilfekosten in der Steiermark insgesamt: stolze 11 Millionen Euro.

637 Euro pro betroffener Familie

Die Zahlen, die IFES im Auftrag der AK für die Steiermark erhoben hat, sprechen eine deutliche Sprache:

  • Nur 20% der befragten 400 Haushalte geben an, dass ihren Kindern eine externe Nachmittagsbetreuung zur Verfügung steht.
  • 78% müssen mit ihren Kindern lernen, 32% täglich.
  • 24% benötigen Nachhilfe, 17% bezahlen dafür.
  • Für bezahlte Nachhilfe geben die betroffenen Haushalte durchschnittlich 637 Euro aus, 45 % sehen sich durch diese Ausgaben stark bzw. spürbar belastet.

Soziale Selektion

Bezahlte Nachhilfe fördere die soziale Selektion, kritisiert der AK-Präsident: „Die Tatsache, dass trotz steigender Stundensätze sowohl die durchschnittlichen als auch die Gesamtausgaben zurückgehen, ist ein Zeichen, dass sich viele die Nachhilfestunden im notwendigen Ausmaß gar nicht mehr leisten können.“

Rotschädl sieht aufgrund der aktuellen Zahlen einmal mehr die Richtigkeit der Forderungen des Bildungsvolksbegehrens bestätigt: „Unser Schulsystem mit halbtägigem Frontalunterricht nach der Methode „Friss Vogel oder stirb“ hat ausgedient. Wir brauchen ganztägige Schulformen mit individueller Förderung.“
(Nachhilfe-Studie 2012 iin der Infobox)

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Nachhilfe kostet betroffenen steirischen Familien im Schnitt 637 Euro pro Jahr.