Burnout-Vorsorge beginnt in Betrieben

Burnout ist ein Alarmsignal für eine sich vergrößernde Kluft zwischen Mensch und Arbeit. Diese Krankheit bleibt nicht auf bestimmte Berufsbilder beschränkt, eine Burnout-Prävention muss in den Betrieben erfolgen. Eine nachhaltige Vorbeugung beginnt mit einer von den Beschäftigten mitgetragenen Gesundheitsförderung (im Bild Schlafforscher Prof. Manfred Walzl und AK-Präsident Walter Rotschädl).

Im Folgenden werden die Faktoren für eine Erkrankung dargestellt und mögliche Lösungen skizziert:

zum Seitenanfang

Überbelastung:

Immer weniger Menschen leisten immer mehr an Arbeit in immer kürzerer Zeit. Für den Betrieb bedeutet Produktivitätssteigerung einen unternehmerischen Kernsatz. Ein erhöhter Arbeitsumfang kann bedeuten, die Komplexität der Aufgaben zu steigern. Mehrere bisher getrennte Funktionen werden in einem/r Beschäftigten vereint. Es geht aber nicht nur um ein Mehr an Arbeit, sondern auch um ein Mehr an berufsfremden Tätigkeiten.

Am Beispiel Pflegeberufe zeigt sich, dass immer mehr an Verwaltungstätigkeit verlangt wird, die Pflege mit zunehmendem Alter der PatientInnen intensiver wird und damit weniger an Zeit und Zuwendung für PatientInnen bleibt. Damit findet sich das Pflegepersonal oftmals in einer Sandwichposition zwischen den Anforderungen des Arbeitgebers und den Erwartungen der PatientInnen wieder. Diese Probleme zu lösen, heißt zusätzliches Personal zum Einsatz bringen und nicht Diskussionen über
Anspannung zu führen, die reiner Zynismus sind.

Verantwortung und Kontrolle:

Wer Verantwortung fordert, muss die Entscheidungsfreiheit seiner Beschäftigten fördern und für ausreichende Qualifikationen sorgen. Verantwortung tragen zu können, erfordert ausreichende Fachkompetenz.

Ein großer Widerspruch besteht in Unternehmen, die die Förderung der Eigeninitiative und Delegation der Verantwortung propagieren, aber gleichzeitig die Kontrollmechanismen rigider gestalten. Verantwortung zu geben, heißt Vertrauen schenken!

Wertschätzung und Führungsstil

Lob kommt am Arbeitsplatz zu kurz. Es liegt an allen Beteiligten, Leistung, Erfahrung, Wissen und Kompetenz anzuerkennen. Daher sollten Firmen ihre Interventionsformen und die Auswirkungen von Führungsstilen überdenken. Ernst genommene Mitarbeitergespräche dürfen nicht zur lästigen Übung verkommen.

Daher sollte auch über Werte in einem Unternehmen gesprochen werden. Stimmt das teuer erzeugte Erscheinungsbild für die Öffentlichkeit mit der gelebten Realität überein?

zum Seitenanfang

Neue Modelle für alternsgerechte Arbeit

Beratung und Hilfestellung für Burnout-Opfer ist eine notwendige Schiene im Kampf gegen ein „Ausbrennen“. Nachhaltige Burnout-Prävention heißt aber auch, direkt in den Unternehmen zu einer Veränderung beizutragen. Es gilt, eingefahrene Muster zu ändern und zu sensibilisieren. Über die betriebliche Gesundheitsförderung kann eine Partizipation der Beschäftigten ermöglicht werden.

Nachhaltigkeit heißt, über Modelle der Arbeitszeit und über Fragen einer lebensphasengerechten Arbeit, über Productive Ageing nachzudenken und dadurch erfahrenen MitarbeiterInnen einen längeren Verbleib im Arbeitsleben zu ermöglichen. Musterbetriebsvereinbarungen unter der Berücksichtigung von psychosozialen Aspekten sind mehr als nur eine Überlegung wert.

Die Burnout-Initiative der steirischen AK basiert nicht zuletzt auf dem Wissen, dass sich Arbeit und Arbeitsbiografien ändern werden. Und sie basiert auch auf dem Wissen, dass es um die Arbeits(bewältigungs)fähigkeit der Menschen geht.

Kontakt

Burnout-Beratung der AK
Tel. 05 7799 2494
Mail: arbeitstechnik@akstmk.at

  • Drucken Weiterleiten | Mehr

Anfrage zum Artikel

*
*
*
*
*
*
*
*
*

Anfrage zum Artikel



Danke - Ihre Anfrage wurde weitergeleitet.
AK Steiermark
Hans-Resel-Gasse 8-14
8020 Graz
Tel: 05 7799 0
Fax: 05 7799 2387
E-Mail-Anfrage
Kontakt- & Beratungszeiten

Außenstellen
zur Bezirksstellenübersicht