Der Höhepunkt an Frauenarbeitslosigkeit steht noch bevor
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Zunächst traf die Wirtschaftskrise männlich dominierte Branchen. Aber auch der typisch weibliche Dienstleistungssektor wird vermutlich noch vom Abschwung erfasst werden. Gerade in dieser Situation mahnt AK-Frauenreferentin Mag. Bettina Schrittwieser, dass weder Frauen aus dem Arbeitsmarkt gedrängt noch die Rechte der Arbeitnehmerinnen beschnitten werden dürfen.
Die Krise ist weiblich – zumindest grammatikalisch gesehen. Ansonsten zeigt das aktuelle Konjunkturtief zunächst ein eher männliches Gesicht: Nach 32 Monaten sinkender Zahlen von Beschäftigungslosen nimmt die Arbeitslosigkeit seit vorigem November kontinuierlich zu. „Vergleicht man die Anzahl der Arbeitsuchenden mit den Vorjahreszahlen fällt auf, dass in den ersten beiden Monaten der Krise mehr als 80 Prozent der zusätzlich Beschäftigungslosen Männer waren“, analysiert Mag. Johannes Schweighofer vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Die prozentuell gesehen höchsten Zuwächse verzeichneten Salzburg, Kärnten und Oberösterreich. In absoluten Zahlen führt jedoch die Steiermark das traurige Ranking: 5.904 Steirer und 1.587 Steirerinnen mehr als im Vorjahr waren im heurigen Jänner beim AMS als Arbeitsuchende vorgemerkt.
Krise frisst sich durch Branchen
Zu Beginn des Abschwungs wurden vor allem junge MitarbeiterInnen im Metallbereich und von Arbeitskräfteüberlassern entlassen. Dass zunächst vor allem Männer ihren Job verloren haben, liegt daran, dass die ersten Anzeichen des Abschwungs in typisch männlichen Branchen spürbar waren. Denn die Berufswahl der ÖsterreicherInnen erfolgt immer noch geschlechtertypisch: Fast die Hälfte der weiblichen Lehrlinge schlägt eine Berufslaufbahn als Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau ein, weitere 18 Prozent lassen sich im Gastgewerbe ausbilden.
„Dass die typisch weiblichen Bereiche noch nicht so stark von der Krise betroffen sind, ist allerdings nur momentan beruhigend“, warnt AK-Frauenreferentin Schrittwieser. Im Laufe der Zeit frisst sich eine Wirtschaftskrise nämlich durch alle Branchen. Nach einem Konjunkturtief dauert es sogar drei bis vier Jahre, bis die Arbeitslosenquote ihren Höhepunkt überschreitet. „Arbeitsuchende geben naturgemäß weniger Geld aus, gehen seltener zum Friseur oder ins Restaurant – daher wird vermutlich auch der Dienstleistungssektor noch vom Abschwung erfasst werden“, prognostiziert die AK-Expertin.
Wachsam bleiben!
Weiters sei zu befürchten, dass Frauen wieder vom Arbeitsmarkt gedrängt werden könnten, sobald Jobs Mangelware sind. „Noch immer werden die Männer als Familienerhalter wahrgenommen und ihre Berufstätigkeit gilt als wichtiger“, so Schrittwieser. „Wenn ArbeitgeberInnen Frauen raten, doch länger in Elternkarenz zu bleiben oder ihre Arbeitszeit zu reduzieren um sich mehr Zeit für die Familie zu nehmen, sollte frau wachsam sein! Damit wird beispielsweise ihr Rückkehrrecht nach der Karenz verspielt – und dann ist der Job weg.“
Generell stellt das Konjunkturtief eine Gefahr für die Rechte der Arbeitnehmerinnen dar. Wenn es wirtschaftlich eng wird, zählt plötzlich nur mehr, dass frau überhaupt einen Job hat, während die Frage der gerechten Entlohnung in den Hintergrund tritt. „Die Arbeiterkammer wird aber auch angesichts der Krise weiterhin intensiv für geschlechtergerechte Einkommen kämpfen“, betont die AK-Frauenreferentin.
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