FSG: Jugendwohlfahrt und Bildungsscheck
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Antrag
Im Bereich der Jugendwohlfahrt soll es zu Kürzungen bei der psychologischen Behandlung, zur Streichung des Kostenzuschusses für Psychotherapie, zur Reduktion von Betreuungsverhältnissen, zur Senkung der Verwaltungskosten um 10%, zum Entfall von Sozial- und Lernbetreuung und zur Zurücknahme von Arbeitsmarktprojekten kommen. Durch die Streichungen ist auch der Bestand von Jugendzentren gefährdet. Die Umstellung der sogenannten Sozialraumgestaltung, die in Graz bereits besteht, auf die gesamte Steiermark wäre zu begrüßen und würde auch zu Einsparungen führen. Diese sollten aber unbedingt für die bestehenden Leistungen verwendet werden, da gerade Jugendliche, die derzeit in Betreuung stehen, besonders gefährdet in Bezug auf soziale Verwahrlosung und Kriminalität sind. Einsparungen für diese Jugendlichen heute können daher ernorme Folgekosten in der Zukunft verursachen.
Österreich hat im europäischen Vergleich bei Bildungsabschlüssen, vor allem der Matura, Aufholbedarf. Junge Menschen ohne Matura absolvieren gerne die Berufsreifeprüfung, können die Kosten von rund € 4.500.– bis 5.000,– zu Beginn ihres Arbeitslebens allerdings nicht aufbringen. Vor ein paar Jahren wurde dieser Bildungsabschluss daher vom Land zu 100% übernommen. Die nunmehr 50%ige Finanzierung über den Bildungsscheck des Landes für Lehrabsolvent/innen ist daher eine enorm wichtige Investition in gut ausgebildete Steirerinnen und Steirer, die die Wirtschaft benötigt.
Die Vollversammlung der steirischen Arbeiterkammer fordert daher die Landesregierung auf, die geplanten Einsparungsmaßnahmen im Jugendbereich nicht in der geplanten Form umzusetzen, sondern
- im Bereich der Jugendwohlfahrt die Sozialraumgestaltung für die gesamte Steiermark umzusetzen und die Einsparungen für Prävention einzusetzen, sowie
- den Bildungsscheck für die Berufsreifeprüfung bestehen zu lassen und auch für Absolvent/innen von Gesundheitsberufen zur Auszahlung zu bringen.
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