Gesundheit als Beruf(ung)

Die Zukunft der Gesundheits- und Pflegeberufe stand im Mittelpunkt einer Tagung der Arbeiterkammer in Graz. AK-Präsident Walter Rotschädl kündigte an, die Arbeiterkammer werde sich künftig noch intensiver dieser Berufsgruppen annehmen.

„Schon allein aufgrund der steigenden Lebenserwartung zählen die Gesundheits- und Pflegeberufe zu jenen Sparten, in denen es in Zukunft an Jobs nicht mangeln wird“, rechnete AK-Präsident Rotschädl in seiner Eröffnungsrede der Fachtagung mit einem Boom. Die AK trage diesem Boom mit der Einrichtung eines eigenen Arbeitskreises Rechnung: „Dieser Arbeitskreis aus Praktikern wird sich mit der arbeitsrechtlichen Absicherung, den großen psychischen und physischen Belastungen und mit der Aus- und Weiterbildung der Pflegekräfte befassen.“

Das zentrale Thema für die Politik sei die Finanzierung des Gesundheitssystems, sagte Rotschädl. Hier hakte der erste Redner, DI Kurt Völkl, ein. Er ist Generaldirektor der Versicherungen für Eisenbahnen und Bergbau und meinte, noch vor der Finanzierung müsse die Politik sagen, was sich unsere Gesellschaft leisten wolle. Derzeit werde zwar viel reformiert, aber ohne zu wissen wohin. Aus seiner Sicht müsse die Gesundheit der Bevölkerung das oberste Ziel sein. Dabei gehe es um personenzentrierte Maßnahmen, die die Würde und Autonomie der Menschen in den Vordergrund rücke und ein Höchstmaß an Qualität bieten. Bei der Frage der Finanzierung plädierte Völkl für eine breite Grundlage bei den Beiträgen, die etwa auch Vermögensgewinne mit einbeziehe.

Hofrat Dr. Dietmar Müller beschrieb die Ausbildungswege, die das Land Steiermark im Gesundheits- und Pflegebereich anbietet. Rund 240 Lehrer bilden pro Jahr etwa 1800 SchülerInnen aus. Müller bestätigte den AK-Präsidenten und erklärte, dass trotz aller Anstrengungen jährlich Hunderte PflegehelferInnen und diplomierte Kräfte fehlen würden.
Rosemarie Langbauer, Lehrerin an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Grazer LKH, und Gerda Mostbauer, Vorsitzende der Fachgruppe für Gesundheitsberufe im ÖGB, machten auf die großen physischen und psychischen Belastungen aufmerksam, die dazu führen, dass die Verweildauer in diesen Berufen nur fünf bis sechs Jahre betrage. Es gebe aber Ansätze und Entwicklungen, um diese Belastungen zu reduzieren.

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