Girokonten als Kostenfalle

In ihrer Angebotsvielfalt verwirrend, wenig transparent und – speziell im Überziehungsfall – sauteuer: Eine AK-Erhebung stellt den Angeboten an Girokonten kein gutes Zeugnis aus.

Sollzinsen bis zu 18,625%

Gemeinsam ist den 25 Kontenmodellen von 7 steirischen Geldinstituten vor allem eines: Nämlich hohe Überziehungszinsen, insbesondere dann, wenn der vereinbarte Kontenrahmen überschritten werden sollte. In diesem Fall machen die Sollzinsen zwischen 13,25 und 18,625 % aus. Zum Vergleich: Auf Guthaben zahlen die Banken einheitlich mickrige 0,125 %. Damit ist aber noch lange nicht getan, weiß AK-Marktforscher MMag. Josef Kaufmann: „Zu den Überziehungszinsen kommen noch weitere Gebühren und Provisionen.“ Besonders teuer sind Mahnungen: Ein schlichter Mahnbrief kann bis zu 60 Euro kosten.

Unterschiedliche "Pakete"

Aber auch hinsichtlich der „normalen“ Kontogebühren wird es den KonsumentInnen schwer gemacht, den Überblick zu bewahren. Sogar innerhalb der einzelnen Geldinstitute gibt es höchst unterschiedliche „Pakete“, da zum Paketpreis je nach Modell einzeln zu bezahlende Kontobewegungen kommen, so Kaufmann.

Den KonsumentInnen rät der AK-Marktforscher, vor Auswahl eines Modells den Preisaushang zu studieren, um abschätzen zu können, welches Konto am ehesten den persönlichen Bedürfnissen entspricht. Das wichtigste sei aber, teure Überziehungen zu vermeiden, rät Kaufmann: „Ist die Notwendigkeit einer Überziehung absehbar, empfiehlt sich als Alternative ein weitaus günstigerer Privatkredit.“ (Die AK-Untersuchung „Privatkonten und ihre Vergleichbarkeit“ finden Sie in der Infobox)

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