Kontoüberziehungen unverschämt teuer

Unverschämt hohe Zinsen verlangen die steirischen Banken bei Kontoüberziehungen, die im Extremfall bis zu 18,25 % ausmachen können. „Wer sein Konto überzieht, wird gnadenlos ausgesackelt“, kritisiert AK-Präsident Walter Rotschädl die heimischen Geldinstitute.

Bis zu 18,25% Überziehungszinsen

Am glimpflichsten kommen nach einer aktuellen Erhebung der steirischen AK bei 10 in der Steiermark tätigen Geldinstituten noch die Kunden der BAWAG und der Raiffeisen-Landesbank davon. Sofern sie einen Überziehungsrahmen vereinbart haben und diesen nicht überschreiten, blechen sie „nur“ 8,5 % Zinsen. Am oberen Ende der Skala finden sich jene Bank-Austria-Kunden, die entweder keinen Rahmen vereinbart haben oder diesen überziehen: Ihnen werden satte 18,25 % abgeknöpft. Ungleich knausriger zeigen sich die Banken bei der Verzinsung von Guthaben mit mageren 0,125 %.

Büßen für Bankenverluste?

Für AK-Präsident Walter Rotschädl nährt die Vorgangsweise der Banken neuerlich den Verdacht, dass der „kleine Kunde“ für die Verluste büßen muss, die der Bankensektor im Zuge der Finanzkrise erlitten hat: „Die exorbitanten Überziehungszinsen stehen in keinem Verhältnis zu den aktuell sehr niedrigen Zinsen, zu denen sich die Banken refinanzieren.“ Dass es sich bei den Überziehungen für die Banken keineswegs um „Peanuts“ handelt, zeigt sich an der Tatsache, dass im ersten Halbjahr 2009 österreichweit durchschnittlich ein Volumen von 12 Milliarden Euro an Überziehungskrediten in Anspruch genommen wurde.

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