Lehrlingsumfrage deckt soziale Problemfelder auf
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Die Burschen sind eher mit ihrem Lehrberuf zufrieden als Mädchen, jeder Zweite fand eine Lehrstelle innerhalb von einem Monat, ergab eine von der Gewerkschaftsjugend durchgeführte Umfrage unter steirischen Lehrlingen, die sich auch regionalen Problemfeldern widmete.
Insgesamt zeichnen die steirischen Lehrlinge ein überwiegend positives Bild von ihrer Ausbildung, bilanzieren Manfred Prosser und Rene Fischer von der steirischen ÖGJ die Ergebnisse der Umfrage, an der jeder zehnte Lehrling teilgenommen hat. 90 Prozent der Jugendlichen sind mit der Ausbildung zufrieden, 80 Prozent der Burschen bezeichnen die gewählte Lehre als ihren Wunschberuf, während ein Drittel der weiblichen Lehrlinge den Traumberuf offenbar noch nicht gefunden hat.
Droge Alkohol und Freizeitfrust
Gefragt wurde nach den größten Problemen in den Regionen. Weststeirische Lehrlinge klagten über das mangelnde Freizeitangebot, während in Hartberg und Weiz Shoppen weniger Spaß macht. Die Landeshauptstadt führt gleich in vier Problemfeldern: Arbeitslosigkeit, Drogen, Diskriminierung sowie Umwelt/Natur. Das markanteste Alkoholproblem wird in der Südsteiermark (LB, RA) gesehen, in Bruck und Mürzzuschlag fällt jedem fünften Lehrling Rechtsradikalismus als gesellschaftliches Übel auf. Schließlich werden Mobilität und Abwanderung als Sorgenkinder in den Bezirken Judenburg und Murau gesehen.
Überstundenproblem
„Lehrlinge dürfen nicht als billige Arbeitskräfte gelten“, kritisieren die Junggewerkschafter den Umstand, dass 38 Prozent der Lehrlinge regelmäßig oder gelegentlich Überstunden leisten müssten, 16 Prozent der Lehrlinge bekommen diese nicht abgegolten. 13 Prozent gehen auch während der Berufschulzeit arbeiten, obwohl dies nach dem Berufsausbildungsgesetz untersagt sei. Handlungsbedarf bestünde für jene 823 Personen, die im Oktober noch eine Lehrstelle gesucht haben und denen überbetriebliche Einrichtungen eine Ausbildung garantieren sollten.
Als Missstände wurde von einzelnen Lehrlingen die schlechte Behandlung am Arbeitsplatz, Mobbing, gewalttätige Übergriffe und Verwendung als Putzhilfe aufgezählt. Kritik übt man weiters daran, dass Lehrlinge nicht in ein betriebliches Prämiensystem eingebunden seien.
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