Spitzengagen für Manager und enorme Ausschüttungen an Aktionäre

Vorstandsgehälter schon jetzt auf Vorkrisenniveau

In den Vorstandsetagen der österreichischen Topkonzerne ist Grund zum Jubeln angesagt: Laut AK-Analyse verdienen die Manager in den Leitunternehmen im Wiener Börsenindex ATX im Schnitt 1,15 Millionen Euro im Jahr – so viel wie vor der Krise. Auch die Aktionäre profitieren enorm von der günstigen Wirtschaftslage: Für das laufende Jahr werden die Eigentümer der ATX Unternehmen mit 2,1 Milliarden Euro Dividende belohnt, damit liegt das Volumen wieder am Vorkrisen-Niveau. Gleichzeitig geht der Personalabbau weiter.

Sparmaßnahmen und Personalabbau bei Beschäftigten

„Aus dem Aufschwung für Manager und Aktionäre muss ein Aufschwung für alle werden“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel. „Es kann nicht sein, dass nur einige wenige von der Konjunkturerholung profitieren, während die Beschäftigten mit Sparmaßnahmen und Personalabbau unter Druck gesetzt werden.“

Die heimischen Paradeunternehmen dürfen sich über die günstige Wirtschaftslage freuen: Umsatzzahlen und Gewinne legen deutlich zu, zeitgleich sprudeln Managergehälter und Dividenden. Die Gagen der ATX-Vorstände liegen bereits jetzt auf Vorkrisenhöhe: Ein ATX-Vorstand verdiente im Jahr 2010 durchschnittlich 1,15 Millionen Euro, um ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Damit machten die Manager ihre Verluste aus dem Krisenjahr rasch wett. Ein Top-Vorstand erhält das 41-fache eines durchschnittlich Beschäftigten an Gage, vor zehn Jahren war es noch das 20-fache.

Managergagen liegen im Schnitt bei 1,15 Millionen Euro

Während die Zahlungen von Boni an die Manager um fünf Prozent gestiegen sind, wurden die Grundgehälter in der Vorstandsetage um beinahe 20 % erhöht und darüber hinaus enorme Abfindungen bezahlt. Am meisten verdienen die Vorstandsmitglieder der OMV (durchschnittlich 2,2 Millionen Euro pro Kopf), gefolgt von Semperit (2,1 Millionen, vor allem durch hohe Abfertigungen und Abfindungen), Andritz (1,9 Millionen), Raiffeisen Bank International (1,5 Millionen) und Erste Group (1,4 Millionen).

Aktionäre: 2,1 Milliarden Euro an Dividenden

Auch die Aktionäre profitieren enorm von den steigenden Gewinnen. Die Eigentümer der Top Börseunternehmen werden im Jahr 2011 bereits wieder mit 2,1 Milliarden Euro für ihr „Engagement“ entlohnt: Rund 20 Prozent der Lohn- und Gehaltssumme fließen damit an die Aktionäre. Das Ausschüttungsvolumen erreicht bereits im heurigen Jahr das Vorkrisenniveau: Den Dividendenreigen führen die Telekom Austria (332 Millionen Euro), die OMV (299 Millionen) sowie die Erste Group an (265 Millionen).

Umgekehrt geht in den ATX-Konzernen der Personalabbau weiter: 2009 verloren 20.000 Beschäftigte ihren Job, 2010 bauten die Firmen 4.000 Beschäftigte ab. „Personalabbau auf der einen Seite, Top-Gagen und Spitzendividenden auf der anderen Seite: So darf das nicht weitergehen. Alleine bei einer Reduktion des Ausschüttungsvolumens um ein Viertel könnten rd. 13.000 Arbeitsplätze finanziert werden:

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