Visionen und Utopien zur geschlechtergerechten Arbeitsverteilung
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Arbeit so verteilen, dass alle genug zum Leben haben und trotzdem Zeit für Familie und Ehrenamt bleibt: Im Rahmen der AK-Frauenenquete wurde das Thema rundum beleuchtet.
Am Fließband stehen, Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, Fenster putzen, Protokolle abtippen, Pfarrflohmarkt organisieren – Arbeit hat viele Gesichter. Bezahlt ist allerdings nur die klassische Erwerbsarbeit, und die ist gerade in Krisenzeiten überwiegend in Männerhand. Wie die gesamte Arbeit unserer Gesellschaft gerecht auf beide Geschlechter aufgeteilt werden kann, war Thema einer Frauenenquete, die Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (im Bild mit AK-Direktor Dr. Wolfgang Bartosch) zusammen mit der Plattform 20.000 Frauen initiiert hat. Der erste Workshop-Tag außerhalb von Wien fand gestern in Graz statt.
Rund 50 Frauen brachten im Rahmen der Veranstaltung im Kammersaal ihr Wissen, ihre Ideen und ihre Kreativität ein, um das Thema Arbeit von allen Seiten zu beleuchten. „Das Wort Arbeit ist in unseren Köpfen so sehr mit Erwerbsarbeit verbunden – Arbeit ist aber noch viel mehr“, betonte die Frauenministerin in ihrer Eröffnungsrede. Dabei gehe es nicht nur ums Geldverdienen, sondern auch um Zeitökonomie und Lebenszufriedenheit.
Kürzere Vollarbeitszeit und Grundeinkommen
Ein wesentliches Gedankenexperiment der Enquete war die gerechte Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit auf beide Geschlechter – und auf alle arbeitswilligen und -fähigen Menschen unserer Gesellschaft. Gäbe es eine kürzere Vollarbeitszeit, etwa 25 Wochenstunden, stünden einerseits mehr Arbeitsplätze zur Verfügung, andererseits bliebe Frauen wie Männern mehr Zeit für die Familien- und Hausarbeit.
Diskutiert wurde auch ein bedingungsloses Grundeinkommen, das keinen Empfänger zum Bittsteller degradieren dürfe, wie das derzeit bei der bedarfsorientierten Mindestsicherung der Fall sei. Als Grundrecht aller Menschen solle nicht wie bisher (seit 1848!) das Recht auf Arbeit fixiert werden, sondern ein Recht auf Einkommen.
Netzwerk geknüpft
Viele der Mitdiskutantinnen äußerten zudem ihren Wunsch nach dicht geknüpften Frauennetzwerken, um die Interessen der Frauen besser vertreten zu können. „Die Frauenenquete hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, genau diese Art von Frauennetzwerk aufzubauen und zu verstärken“, resümierte AK-Frauenreferentin Mag. Bernadette Pöcheim.
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